Vorsorge für Kinder und Jugendliche

Gutes Sehen ist Kindern nicht angeboren, es wird in den ersten Lebensjahren erlernt. Schon minimale Fehlstellungen oder Brechungsfehler können bewirken, dass ein Auge nur 10 Prozent der Sehfähigkeit entwickelt und für das Kind viele Berufswünsche unerfüllbar bleiben.

Auch die zunehmende Kurzsichtigkeit unter Schülern (Myopie) bereitet uns Sorgen, weil kurzsichtige Menschen früher und häufiger unter Netzhautablösung, Makula-Erkrankungen, grauem oder grünem Star leiden. 

Die betroffenen Kinder bemerken die eigene Sehstörung nicht, denn sie sind es gewohnt, die Welt mit ihren Augen zu sehen und haben keinen Vergleich.

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Deshalb empfiehlt unser Berufsverband der Augenärzte (BVA) regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen. Meine speziell ausgebildeten medizinischen Fachkräfte und Kinder-Optometristen, die sich mit der Augenmotorik und visuellen Wahrnehmung befassen, erkennen Sehschwächen frühzeitig. So können wir früher mit einer Behandlung einsetzen, um eine normale Sehentwicklung zu fördern.

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Hat mein Kind eine Sehstörung?

Diese Frage können wir mit der Kinder-Vorsorge beantworten. Im Durchschnitt hat fast jedes 5. Kind im Alter von 4 Jahren eine unerkannte Sehstörung. Dieser hohe Anteil ist nicht erstaunlich, denn im Gegensatz zu Krankheiten gibt es bei Sehstörungen keine äußerlichen mit bloßem Auge erkennbaren Symptome.

Wozu dient die Augenvorsorge?

Wir können kindliche Abweichungen besonders frühzeitig erkennen. Hingegen kann bei verspäteter Feststellung und Behandlung eine dauerhafte Sehschwäche entstehen. Diese kann dann weder mit einer Brille noch mit anderen Sehhilfen ausgeglichen werden. In der Fach-Sprache wird sie auch Amblyopie genannt.

Wann gehe ich zum Kinderarzt und wann zum Augenarzt?

Die erste Augen-Vorsorge wird bei der U6 durchgeführt, bei Besonderheiten in der Familie bereits bei der U5. Ihr Kinderarzt wird Sie bei Auffälligkeiten zum Augenarzt weiter leiten.

In der Kindergarten- und Grundschulzeit bleiben die Untersuchungen beim Augenarzt wichtig, da sich die kindlichen Augen mit dem Wachstum weiter verändern. Dabei können Sehstörungen neu auftreten.

Zu Risiko-Faktoren und Auffälligkeiten bei Kindern gehören

  • Starke Brillengläser bei den Eltern/ Großeltern
  • Schielen bei den Eltern/ Großeltern
  • Frühgeburtlichkeit
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Neu auftretendes Schielen
  • Häufiges Augenzwinkern und/oder Zukneifen eines Auges
  • Starke Blendungsempfindlichkeit

Sehen will gelernt sein!

Dr. Fabia Müller-Groh

Wie lernen Kinder sehen?

Das Sehen besteht aus zwei Vorgängen: der Bild-Aufnahme durch die Augen und der Bild-Verarbeitung im Gehirn. Das Zusammenspiel von Augen und Gehirn müssen Neugeborene üben, damit sich der Sehnerv und die zum Sehen erforderlichen neuronalen Verknüpfungen zwischen Augen, Seh-Rinde und Augenmotorik ausbilden können.

Dabei sind die ersten Jahre für die Entwicklung eines gesunden beidäugigen Sehens von zentraler Bedeutung. Treten in dieser Zeit kleine Sehstörungen auf, so verläuft dieser unbewusste Lernprozess unwiederbringlich fehlerhaft. Augen und Gehirn werden nicht richtig trainiert und das Kind wird niemals seine volle Sehkraft erreichen können. Auch mit einer späteren Brille lässt sie sich dann nicht mehr verbessern. Man spricht dann von einer Amblyopie.

Mit moderner Technik dauert die Messung nur wenige Sekunden.

Dr. Fabia Müller-Groh

Fakten Check

VORSORGE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

  • Mit 6 – 12 Monaten bei erblichen Augenkrankheiten oder Brille der Eltern
  • Zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr
  • Vor der Einschulung

VORSORGE FÜR KINDER MIT MYOPIE

  • ab dem 8. Lebensjahr (Vorsorge für kurzsichtige Kinder)
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