Grauer Star

Was ist der Graue Star?

Der Graue Star

Der Graue Star (wissenschaftlicher Name: Katarakt) ist eine ganz natürliche Trübung der Augenlinse, die allmählich zu einer verschwommenen Sicht führt. In der Regel betrifft dies Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Eine wirksame Behandlung ist das Einsetzen von Kunstlinsen. Sie ist mittlerweile weltweit die am häufigsten durchgeführte Operation – vollkommen schmerzfrei und sehr sicher.

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Was bemerke ich?

Durch die sich langsam bildende Trübung der Augenlinse wird die Sicht trüb, alles erscheint verschwommener. Anfangs putzen Betroffene häufiger ihre Brillengläser – vergeblich. Dann entwickeln sie das Gefühl, mal wieder eine neue Brille zu benötigen und gehen zu ihrem Optiker oder Augenarzt. Sie beschreiben, dass ein Schleier auf den Augen zu liegen scheint. Je nach Fortschritt der Trübung ist in seltenen Fällen sogar eine Graufärbung der Linse von außen sichtbar. Daher stammt vermutlich die deutsche Bezeichnung des „Grauen Stars“.

Diese natürliche Trübung der Linse beeinflusst die Brechung der Lichtstrahlen in unserem Auge und führt zu typischen Symptomen. Ein Patient mit grauem Star

  • hat eine zunehmend verschwommene Sicht
  • nimmt Farben blasser wahr
  • fühlt sich schneller geblendet
  • kann sich nur langsam an wechselnde Lichtverhältnisse gewöhnen
  • kann den Raum um sich und auch die Ferne schlechter erfassen und
  • nimmt Lichthöfe um Lichtquellen herum wahr.

Der graue Star entwickelt sich meistens langsam über Jahre hinweg. Die Symptome werden meist erst im fortgeschrittenen Stadium als störend empfunden, da der Graue Star auch völlig schmerzfrei verläuft. Insbesondere beim Autofahren in der Dunkelheit fallen die schlechtere Sicht und Trübung auf, doch langfristig wird die Sehqualität bei jedem erheblich eingeschränkt. Ab einem Alter von 70 Jahren ist weltweit die Hälfte aller Menschen vom Grauen Star betroffen. Unbehandelt führt der Graue Star bis zur Erblindung – und in vielen Entwicklungsländern ist das auch leider heute noch so. Dabei kann man diese Erkrankung inzwischen durch die Implantation von Kunstlinsen vollständig heilen.


Entwicklung

Was verändert sich dabei in meiner Augen-Linse?

Die Linse ist das Organ des Auges, das das eintretende Licht so bündelt, dass es auf der Netzhaut fokussiert ist. Dabei besteht die Linse aus einer Linsenkapsel und einem Linsenkern. In jungen Jahren ist sie ganz klar und auf beiden Seiten nach außen gekrümmt. Durch einen anliegenden Muskel wird die elastische Linse beim Blick in die Ferne flacher oder beim Blick in die Nähe kugeliger geformt, damit ein scharfes Bild entsteht (Akkommodation).

Während der vielen Lebensjahre eines Menschen unterliegt auch die Linse einem Prozess, in dem sich im Kern der Linse neue Zellen bilden. Dadurch wird die Linse mit der Zeit dicker und unelastischer. Bemerkbar ist dieser Vorgang in der Alterssichtigkeit (Presbyopie). Diese langsam schwindende Brechkraft führt zur Unschärfe bei nahen Gegenständen. Dieses „Erwachsenwerden unserer Augen“ wird meist mit einer Lesebrille ausgeglichen.

Ist die Linse dann vom Grauen Star betroffen, verändern sich im Inneren der Linse die sogenannten Kristalline (A-Crystallin und B-Crystallin) und Kollagen-Fasern. Im jungen Alter sorgen die Kristalline dafür, dass die Proteine und Kollagen-Fasern transparent, also durchsichtig, bleiben. Mit der Zeit verklumpen sie, verlieren an Spannung und setzen damit die charakteristische Linsentrübung des Grauen Stars in Gang. In diesem Zustand lassen die Proteine das einfallende Licht nicht mehr durch, sondern streuen es.

Dies ist der Grund für das unscharfe Sehen. Gegen die Linsentrübung (Katarakt) hilft nun keine Lesebrille mehr. Allein die Katarakt-Operation gibt Ihnen durch ein Austauschen der Linse die klare Sicht zurück.


Woher kommt der Graue Star?

Es gibt bisher keine eindeutige Antwort auf die Frage nach den Ursachen des Grauen Stars. Vermutet wird, dass oxidativer Stress, eine Stoffwechsellage, in der eine hohe Konzentration an freien Radikalen vorliegt, Veränderungen in den Proteinen und Kollagen-Fasern der Augenlinse verursacht. Der Graue Star kann darüber hinaus von weiteren Faktoren begünstigt werden:

  • Rauchen
  • Diabetes
  • Verletzungen am Auge
  • Medikamente, z. B. Cortison, wenn es über längere Zeit eingenommen wird
  • natürlicher Alterungsprozess
  • zu wenig körperliche Aktivität
  • Mangelernährung
  • Infrarotstrahlung
  • UV-Strahlen des Sonnenlichtes
  • Röteln während der Schwangerschaft können bei Babys einen Grauen Star auslösen
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16 % geringeres Risiko bei ausreichender Bewegung!

Vorbeugung

Kann ich dem Grauen Star vorbeugen?
Dazu muss man wissen: Bei der Entstehung des Grauen Stars spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die sich unter Umständen vermeiden lassen. Zum Beispiel begünstigen UV-Strahlung, Rauchen, Diabetes, Mangel-Ernährung, aber auch Medikamente die Bildung des Grauen Stars. So kann beispielsweise Cortison einen Grauen Star verursachen, wenn es über längere Zeit eingenommen wird.

Aber es gibt auch eine Möglichkeit, das Erkrankungs-Risiko zu senken: Sport hat offenbar eine schützende Wirkung. Wer täglich länger als eine Stunde läuft oder Fahrrad fährt, weist ein um 12 Prozent geringeres Katarakt-Risiko auf. Wer körperlich viel und schwer arbeitet, hat gegenüber Menschen mit sitzender Tätigkeit sogar ein um 16 Prozent reduziertes Risiko.


Behandlung

Soll der Graue Star erst „reifen“? Oder muss ich ihn besser möglichst früh behandeln lassen?

Ein sehr fortgeschrittener „reifer“ Grauer Star bedeutet immer eine Belastung und ein höheres Risiko. Viel schonender und daher zu empfehlen ist die Behandlung in einem früheren Stadium. Denn eine schlechte Sicht kann zu einer unbemerkten Gefahr werden, ob beim Autofahren oder im Alltag. Auch Stürze und Unfälle sind durch die eingeschränkte Sicht viel häufiger.

Unsere Behandlungsmöglichkeiten:

Ich sage immer: Wir behandeln Sie nur, wenn Sie es als wirklich notwendig empfinden. Denn oft kann mit der Operation noch abgewartet werden.