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Was ist eigentlich die Makula?

Die Makula wird auch gelber Fleck genannt, sie liegt in der Mitte unserer Netzhaut. Alle Dinge, die wir genau ansehen, fixieren wir mit dieser Stelle. Obwohl die Makula weniger als 5 % Prozent der Netzhautfläche einnimmt, werden die wichtigsten Informationen aus der Umwelt über sie aufgenommen:

  • Das Erkennen von Gesichtern
  • Lesen
  • Fernsehen
  • Autofahren
  • die Uhrzeit ablesen

Eine gesunde Makula ist die Voraussetzung für die Wahrnehmung feiner Details und scharfes Sehen in Ferne und Nähe. Die übrigen 95 % der Netzhaut sind wichtig für das Erkennen von Bewegungen.

Was passiert, wenn die Makula krank wird?

Anfangs ist die Sehschärfe in der Regel sehr gut. Erste Zeichen können sein, dass Sie beim Lesen mehr Licht benötigen oder dass es länger dauert sich an veränderte Lichtverhältnisse zu gewöhnen, wenn Sie z. B. an einem hellen Sonnentag in einen dunkleren Raum kommen. Als erstes und sehr ernstes Anzeichen einer sogenannten „feuchten“ Makuladegneration gilt verzerrtes Sehen: Gerade Linien werden plötzlich krumm oder gebogen wahrgenommen.

Springende Buchstaben und Unschärfen im Zentrum sind weitere Alarmsignale. Gesichter verschwimmen, in der Ferne nicht zu entziffernde Schilder oder graue Flecken beim Zeitungslesen können ebenfalls erste Hinweise sein. Im späten Stadium nimmt man in der Mitte nur noch einen dunklen Fleck wahr und Lesen sowie das Erkennen von Gesichtern sind nicht mehr möglich. Dabei bleiben das Sehen außerhalb der Mitte des Sehfeldes sowie die Orientierungsfähigkeit vollkommen erhalten.

Makuladegeneration – häufigste Ursache für Erblindung

Patienten, die eine Erkrankung im Bereich der Makula haben, erleiden oft im Verlauf der Erkrankung einen erheblichen Sehverlust. Häufige Ursachen sind die sogenannte feuchte Makuladegeneration, die Makula-Erkrankung bei Diabetes und bei Thrombosen im Auge. Diesen ist gemeinsam, dass es neben einer Störung der Durchblutung zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in der Netzhaut kommt, einem sogenannten Ödem der Makula. Durch eine exakte Untersuchung und frühzeitige Behandlung kann glücklicherweise in vielen Fällen heutzutage wieder Sehkraft zurückgegeben werden. Die präzise Untersuchung beim Augenarzt erfolgt heutzutage mit moderner Diagnostik durch die OCT (optische Kohärenztomographie).

Sie zeigt die Struktur der Netzhaut-Schichten an der Makula in höchster Auflösung auf Ebene von Mikrometern. Mit einer 3D-Darstellung der OCT entsteht eine Art „Landkarte“ der Makula, die das Ödem, die Sehverschlechterung und die verzerrten Linien erklären. Die Untersuchung ist angenehm in der Durchführung, ohne schädigende Strahlung, berührungslos und schnell. Frühes Erkennen ist in all diesen Fällen von besonderer Wichtigkeit. Nur bei frühzeitigem Handeln kann Augenlicht gerettet werden.

Für viele Betroffene gibt es Hilfe

Bis heute stehen für die feuchte Makuladegeneration sowie die Makula-Ödeme anderer Ursachen gut wirksame Behandlungen zur Verfügung. In großen Studien gesichert ist die Wirkung einer Eingabe eines Medikamentes in das Auge, der sogenannten intravitrealen Injektion von sogenannten VEGF-Hemmern. Hierbei wird ein neuartiges Medikament in den Glaskörperraum des betroffenen Auges eingespritzt. Die Eingabe des Medikamentes in das Auge ist schmerzlos und gut verträglich. Sie wird ambulant mit örtlicher Tropf-Betäubung unter sterilen Bedingungen im OP durchgeführt.

Das Medikament entfaltet gezielt in der Makula seine Wirkung. Da es sich um eine unheilbare chronische Erkrankung handelt, sind im Normalfall mehrere Injektionen über einen langen Zeitraum erforderlich. Diese Augenspritzen führen in der Regel und bei frühzeitiger Gabe zu einer deutlichen Sehverbesserung oder verlangsamen wenigstens eine rapide Sehverschlechterung. Ob und welche Therapie die richtige ist, wird nach einer sorgfältigen augenärztlichen Untersuchung und einer eingehenden Besprechung mit Ihrem Augenarzt entschieden. Unbehandelt führen alle diese Erkrankungen zur Erblindung – daher ist eine Behandlung für Betroffene ganz besonders wichtig.

Nutzen Sie die Vorsorge – Ihre Augenärzte sind für Sie da

Für eine frühzeitige Erkennung ist eine Untersuchung mit der OCT als Vorsorge sehr empfehlenswert: Für alle ab 60 und bei Verwandten betroffener Personen auch eher. Tun Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes und nutzen Sie diese Art der Vorsorge für sich und Ihre Familie.


Expertentipp

Im Zweifel für die Zweitmeinung -Patientenrechte

Muss die OP wirklich sein? Der Besuch eines weiteren Arztes kann sich bei Unsicherheit lohnen.

Muss mein Auge schon am Grauen Star operiert werden?

Wie ein Arzt diese Frage beantwortet, ist von vielen Kriterien abhängig. In manchen deutschen Landkreisen und Augenzentren wird vielfach öfter zur Operation geraten. Ein guter Grund, bei einer OP-Empfehlung eine zweite Meinung einzuholen. Wir Augenärzte kennen das nur zu gut: „Oft kommen Patienten wegen einer Zweitmeinung und fühlen sich in ihrer Sehkraft im Alltag nicht störend eingeschränkt. Man hat ihnen andernorts dringend zur Augen-Operation wegen des Grauen Stars geraten. Nach einem Gespräch bei uns ganz in Ruhe und nach sorgfältiger Untersuchung kommen wir dann zu einer gemeinsamen Entscheidung. Und in den meisten Fällen kann mit dem Eingriff tatsächlich noch abgewartet werden.“

Häufiger Griff zum Skalpell

Der Anspruch auf eine Zweitmeinung ist in der Neuerung des Patientenstärkungsgesetzes verankert. Ein Recht auf Zweitmeinung, so heißt es dort, besteht für den Patienten bei „planbaren, mengenanfälligen Eingriffen“. Das bedeutet: Die Operation muss nicht heute oder morgen sein. Außerdem gibt es Hinweise, dass Ärzte in diesen Fällen zu oft zum Skalpell greifen. Ein Ziel des Paragraphen ist es deshalb auch, die Zahl der Eingriffe zu verringern und somit Geld zu sparen.

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Im Zwiespalt: Nicht selten fällt die Zweitmeinung anders aus als die erste.

Dass eine Zweitmeinung grundsätzlich sinnvoll sein kann, legen viele Untersuchungen nahe. Schließlich können auch viele Ärzte irren – und tun das offenbar gar nicht so selten. So zeigte eine amerikanische Untersuchung, dass viele bereits bei der Diagnose daneben liegen. Bei jedem fünften Patienten stellten Ärzte der Mayo Clinic in Minnesota eine völlig andere Krankheit fest als der vorherige Mediziner.

Doch was tun, wenn ich als Patient eine zweite Meinung haben möchte? Sie sollten Ihre Zweifel zunächst bei Ihrem Arzt ansprechen. Auch Krankenkassen können helfen: Etwa die Hälfte bietet bei bestimmten Beschwerden spezielle Programme an. Häufig muss der Betroffene selbst die Initiative ergreifen. Ein wichtiger Schritt ist es, sich vom Arzt Befunde aushändigen zu lassen. Darauf hat jeder Patient ein Recht. Wir raten zudem, den Wunsch auf eine zweite Meinung offen mitzuteilen. Ein guter Arzt sollte dies nicht als Angriff auf seine Autorität auffassen.

Gute Ärzte werten den Wunsch nach Zweitmeinung nicht als Angriff.

Stimmt die zweite Meinung mit der ersten überein, kann das Zweifel ausräumen. Doch wenn sich diese unterscheiden? Bei Operationen sollte dies nicht verunsichern. Schließlich sucht ein Patient den zweiten Arzt meist auf, weil er den Eingriff scheut. Rät dieser ab, wird sich der Betroffene bestätigt fühlen.

Aber widersprüchliche Empfehlungen können auch verunsichern.

Unser Rat: Besprechen Sie die abweichenden Ergebnisse mit dem Arzt, zu dem Sie mehr Vertrauen haben. Ihr Verhältnis zu Ihrem Arzt kann sich dadurch nur verbessern. Und insbesondere bei der Frage nach der Notwendigkeit einer Operation am Grauen Star kann in den meisten Fällen tatsächlich noch abgewartet werden.